Äcker und Dauerkulturen

Neben der Viehzucht und Milchwirtschaft ist die Produktion von Feldfrüchten, Obst und Wein das zweite wichtige Standbein der heimischen Landwirtschaft. Der Obst- und Weinbau charakterisiert die untersten Bereiche der Talsysteme von Eisack und Etsch. In mittleren Lagen, besonders im Pustertal und Vinschgau, wird vielfach Gemüse und Getreide angebaut.
All diese Kulturformen bedingen auch die Ausbildung spezifischer Lebensräume mit einer charakteristischen Tier- und Pflanzenwelt. In den letzten 50 Jahren gab es große Veränderungen in der Anbauweise. Aus diesem Grund ist auch das verfügbare Wissen über die aktuelle Flora und Fauna dieser Lebensräume mangelhaft. Andererseits stehen Dauerkulturen, allen voran Obstanlagen, oft im Mittelpunkt heftiger Diskussionen in Bezug auf ihre ökologische Nachhaltigkeit.
Aus diesem Grund untersuchen wir im Biodiversitätsmonitoring eine große Auswahl von Obstanlagen, Weinbergen und Äckern.

Weinberge sind auf die wärmsten Gebiete beschränkt, also auf das Etschtal zwischen Meran und Salurn und auf die wärmsten Gebiete des Eisacktales und des Vinschgaus. Da der Weinanbau besondere Temperaturansprüche hat, finden wir in Weinbergen auch eine wärmeliebende Flora und Fauna. Für den Weinanbau werden vielfach Hanglagen bevorzugt. Solche Lagen weisen oft von Natur aus eine große Lebensraumvielfalt und einen großen Reichtum von Landschaftsstrukturen auf. Im Biodiversitätsmonitoring untersuchen wir insgesamt 20 Flächen, 10 in Hanglagen und 10 in ebenen Lagen.

Weinrebe im Spätsommer

Weinberg-geprägte Landschaft im mittleren Eisacktal (Feldthurns)

Traditionell bewirtschafteter (gehackter) Weinberg bei Kurtatsch

Weinberg bei Tschötsch im Eisacktal

Äpfel sind mittlerweile das umsatzstärkste landwirtschaftliche Produkt in Südtirol. Wenngleich Äpfel aus Südtirol schon lange ein großes Renommee besitzen, wurde die Produktionsfläche im 20. Jahrhundert noch einmal massiv ausgedehnt. Gleichzeitig gab es grundlegende Änderungen in der Produktionsform. Die einstigen Streuobstwiesen wurden in moderne Apfelanlagen mit kleinstämmigen Bäumen umgewandelt. Derzeit bedecken Apfelkulturen große Teile der Talsohle des Etsch- und Eisacktales und des Vinschgaus. Allerdings weist unser Kenntnisstand über die Flora und Fauna der Apfelanlagen noch große Lücken auf. Im Biodiversitätsmonitoring untersuchen wir insgesamt 20 Flächen, 10 mit biologischem und 10 mit konventionellem bzw. integriertem Anbau.

Von Obstanlagen dominierte Talsohle im mittleren Vinschgau, nahe Kortsch

Marienkäfer auf Apfelblatt

Biologisch bewirtschaftete Apfelanlage bei Tisens

Apfelzweig vor der Ernte

Der Anbau von Getreide und weiteren Feldfrüchten hat eine lange Geschichte in Südtirol. Im 20. Jahrhundert wurde der Getreideanbau beinahe komplett aufgegeben. Kartoffeln hingegen werden noch immer häufig angebaut, besonders in der östlichen Landeshälfte. Anbauflächen weiterer Feldfrüchte sind über das ganze Land verstreut. Für die Viehzucht wird dagegen vielfach Silomais angebaut. Im Biodiversitätsmonitoring untersuchen wir insgesamt 20 Äcker, 10 davon sind Maisfelder, 10 Getreide- und Kartoffelfelder.

Roggenfeld mit Kornblume (Centaurea cyanus) und Acker-Hundskamille (Anthemis arvensis) bei Gais im Pustertal

Roggenfeld bei Gais (Pustertal)

Gerstenfeld (Pustertal)

Maisfeld mit jungen Maispflanzen im späten Frühjahr

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