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Colloquium der Plattform Biodiversität – Flechten und nicht-gefäßpflanzliche Epiphyten im Waldmikroklima: Das Kleine betrachten, um das Große zu verstehen

In Waldökosystemen spielt das Mikroklima eine entscheidende Rolle bei der Bestimmung der Verbreitung von Organismen und bei der Regulierung wichtiger ökologischer Prozesse. Unter diesen sind nicht-gefäßpflanzliche epiphytische Gemeinschaften, wie Flechten und Bryophyten, besonders empfindlich gegenüber Schwankungen von Temperatur und Luftfeuchtigkeit und leisten einen wesentlichen Beitrag zum Wasser- und Energieaustausch innerhalb des Waldes. Dennoch wird ihre Rolle für das Funktionieren von Waldökosystemen häufig unterschätzt. Die Veranstaltung vertieft die Bedeutung des Waldmikroklimas für die Ausprägung nicht-gefäßpflanzlicher epiphytischer Gemeinschaften und deren Reaktionen auf Umweltveränderungen. Vorgestellt werden Ergebnisse jüngerer Studien, die die Mechanismen der Wasser- und Wärmeregulierung von Flechten und Bryophyten innerhalb der Gemeinschaft analysieren, auch unter Einsatz innovativer Techniken wie hyperspektraler Bildgebung und Thermografie. Abschließend wird die Rolle lichenreicher Gemeinschaften als Mikro-Refugien für andere epiphytische Organismen diskutiert und aufgezeigt, wie die Zusammensetzung der Epiphyten biotische Interaktionen beeinflussen und zum Funktionieren von Waldökosystemen im Kontext des Klimawandels beitragen kann.

Giulia Canali ist Umweltbiologin und beschäftigt sich seit 2019 mit Flechten. Ihre Forschung verbindet Biologie, Ökologie und Ökophysiologie, um den Einfluss des Mikroklimas auf die Verbreitung von Flechten, ihre physiologischen Reaktionen sowie die ökologischen Interaktionen nicht-gefäßpflanzlicher epiphytischer Gemeinschaften zu untersuchen.

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Margot Schwienbacher / Julia Strobl

Margot.Schwienbacher@eurac.eduJulia.Strobl@eurac.edu

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