Wälder

Südtirol ist ein Waldland. Etwa die Hälfte der Fläche ist mit Wald bestanden, wobei die Vielfalt an Waldtypen in Südtirol enorm ist. Für das Biodiversitätsmonitoring haben wir die wichtigsten und repräsentativsten Waldtypen ausgesucht. Insgesamt untersuchen wir sechs Waldtypen aller Höhenstufen, vier Laubwälder und zwei Nadelwälder. Jedem Waldtyp widmen wir insgesamt 10 Untersuchungsflächen.

Auwälder
Mannaeschen-Hopfenbuchen-Wälder
Eichenwälder
Buchenwälder
Fichten- und Fichten-Tannenwälder
Lärchen-Zirben-Wälder

Auwälder

Einst waren die Talsohlen Südtirols mit Auwäldern, Sümpfen und Flussalluvionen bedeckt. Durch die menschliche Tätigkeit mussten diese nach und nach Siedlungen und Landwirtschaftsflächen weichen. Heutzutage finden wir nur noch sehr kleine Reste von Auwäldern in unseren Tälern. Nichtsdestotrotz sind diese Reste wahre Zentren der Biodiversität. Viele Tier- und Pflanzenarten kommen nur in diesem Lebensraumtyp vor. Im Biodiversitätsmonitoring untersuchen wir insgesamt 10 Flächen in allen Landesteilen.

Blassgelbe Goldnessel (Galeobdolon flavidum) im unteren Sarntal, nahe des Johanniskofels

Bruchwald bei Naraun (Tisens)

Gewöhnliche Heckenkirsche (Lonicera xylosteum) bei Klausen

Bach-Auwald mit Fünfblatt-Zahnwurz (Cardamine pentaphyllos) nahe Kaltern

Mannaeschen-Hopfenbuchen-Wälder

Südtirol besitzt aufgrund der begünstigten Lage an der Alpensüdseite bereits viele südliche Elemente. Besonders bedeutsam sind einige submediterrane Baumarten, welche dichte Wälder in den mildesten Bereichen des Landes ausbilden. Hopfenbuche und Mannaesche besiedeln schuttreiche Hänge sowohl auf Kalk als auch auf Silikat. Im Schutze des Waldes finden wir eine spezielle Flora und Fauna, ebenfalls mit zahlreichen Elementen des Südens. Im Biodiversitätsmonitoring untersuchen wir insgesamt 10 Standorte zwischen Meran, Salurn und Klausen. Darunter finden wir neben sehr naturnahen Standorten auch solche, die stark vom Menschen geprägt sind.

Fruchtende Hopfenbuche (Ostrya carpinifolia) bei Bozen

Hopfenbuchenzweig mit jungen Blättern

Manna-Esche (Fraxinus ornus) in Blüte, nahe Brixen

Hopfenbuchenwald bei Burgstall

Eichenwälder

Die Flaumeiche ist eine wärmeliebende Art, die nördlich des Brenners weitgehend fehlt. Die laubwerfende Eichenart ist ein typisches submediterranes Florenelement, das oft zusammen mit der Rotkiefer sowie einer weiteren Eichenart, der Traubeneiche, vorkommt. Im Gegensatz zur Hopfenbuche dringt die Flaumeiche aber weit in kontinentalere Bereiche vor und erreicht auch kältere Gebiete, wie das Pustertal und den oberen Vinschgau. Flaumeichenwälder stehen oft auf blanken Felspartien und sind meistens mit Trockenrasen durchsetzt. Im Biodiversitätsmonitoring untersuchen wir insgesamt 10 Standorte zwischen dem mittleren Pustertal und dem Obervinschgau.

Blut-Storchschnabel (Geranium sanguineum) bei Bozen

Jungpflanzen der Traubeneiche (Quercus petraea) bei Mittewald im Wipptal

Diptam (Dictamnus albus) bei Bozen

Eichenbuschwald bei Burgstall

Buchenwälder

Die Buche ist eine Art, welche die kontinentalsten Bereiche im Alpeninneren meidet. Aus diesem Grund fehlt sie in großen Teilen Südtirols, etwa Vinschgau, Eisacktal und Pustertal, fast vollständig. Sie ist hauptsächlich im Süden Südtirols verbreitet, von wo sie tief ins Passeiertal eindringt. Hier bildet sie gewöhnlich ein Band zwischen den submediterranen Buschwäldern und den Fichtenwäldern. Neben Reinbeständen finden wir auch Wälder, denen Weißtanne und Fichte beigemischt sind. Im Biodiversitätsmonitoring Südtirol untersuchen wir insgesamt 10 Buchenwaldstandorte.

Zweig der Europäischen Buche (Fagus sylvatica)

Buchenkeimlinge

Der Waldmeister (Galium odoratum) ist eine charakteristische Art im Buchenwaldunterwuchs

Buchenwald bei Laurein am Nonnsberg

Fichten- und Fichten-Tannenwälder

Die Fichte ist in Südtirol die Baumart mit der größten Verbreitung. Sie dominiert weite Teile der montanen Stufe, vielfach auch in natürlichen Reinbeständen. In feuchteren, atlantischeren Lagen spielt die Weißtanne eine größere Rolle, während ein hoher Anteil an Lärchen ein Zeichen für Störung ist, etwa durch eine ehemalige menschliche Nutzung oder durch Erosion. Die meisten Standorte sind relativ finster und reich an Moosen und Farnen. Im Biodiversitätsmonitoring Südtirol werden insgesamt 10 Fichtenwaldstandorte untersucht.

Botanische Erhebung ein einem Fichtenwald im Flaggertal bei Mittewald

Zweig der Gewöhnlichen Fichte (Picea abies)

Der Sauerklee (Oxalis acetosella) ist eine typische Pflanzenart von Fichtenwäldern

Fichtenwald im Flaggertal bei Mittewald

Lärchen-Zirben-Wälder

Oberhalb von etwa 1800 m Meereshöhe tritt die Fichte zurück und überlässt anderen Nadelbaumarten den Vorzug. Die Bestände werden lichter, und im Unterwuchs kommen vermehrt Zwergsträucher vor. Vielfach wurden die Wälder bereits in prähistorischen Zeiten für eine Weidenutzung geöffnet. Meist sind die Nadelwälder der subalpinen Stufe eine Mischung aus Lärche und Zirbe. Letztere dominiert vor allem in Beständen, die lange ungestört waren, während Lärchen oft eine ehemalige menschliche Nutzung anzeigen. Insgesamt werden 10 Standorte im Monitoring untersucht.

Die Heidelbeere (Vaccinium myrtillus) ist eine typische Art im Unterwuchs von Lärchen-Zirbenwäldern

Zweig der Europäischen Lärche (Larix decidua) im Herbst; die Lärche ist die einzige sommergrüne Nadelbaumart der Alpen

Keimling der Lärche

Herbstlich gefärbter Lärchen-Zirbenwald

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