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Colloquium der Plattform Biodiversität – Geteilte Berge: Wie Säugetiere auf menschliche Präsenz reagieren  

Während Säugetiere weltweit zunehmend durch die Zerstörung ihrer Lebensräume, die Übernutzung von Populationen und die Klimakrise bedroht sind, lässt sich in Europa – und besonders in den Alpen – eine gegenläufige Entwicklung beobachten: Viele mittelgroße und große Säugetierarten kehren nach Jahrhunderten des Rückgangs zurück oder breiten sich wieder aus. Die Aufgabe vieler Berggebiete hat die Wiederbewaldung und damit auch die Rückkehr waldgebundener Arten begünstigt. Gleichzeitig werden die Lebensräume dieser Tiere jedoch immer häufiger von Menschen zur Erholung und für Freizeitaktivitäten genutzt, wodurch Störungen, Begegnungen und Konflikte zunehmen können.
Welche Verhaltensweisen entwickeln Wildsäugetiere, um mit menschlicher Präsenz umzugehen? Unter welchen Bedingungen ist das Risiko von Konflikten zwischen Mensch und Wildtier besonders hoch? Sind Wildtierpopulationen widerstandsfähig gegenüber Stressfaktoren, die durch menschliche Einflüsse entstehen? Und wie kann Koexistenz in einem komplexen Lebensraum wie den Alpen gelingen? Diesen und weiteren Fragen widmet sich dieses Colloquium, in dem die Ergebnisse zahlreicher wissenschaftlicher Studien vorgestellt werden, die von der Forschungsgruppe zur Säugetierökologie des MUSE – Museo delle Scienze in Trient durchgeführt wurden. 

Giulia Bombieri ist Zoologin im Bereich Forschung und Sammlungen des MUSE – Museo delle Scienze. Sie beschäftigt sich mit Forschung, Monitoring und Schutz von Wirbeltieren, mit besonderem Schwerpunkt auf Säugetieren. Ihre Arbeit untersucht Interaktionen zwischen Arten sowie zwischen Wildtieren und Menschen, einschließlich Konfliktdynamiken, und analysiert die Auswirkungen menschlicher Einflüsse und Umweltveränderungen auf Arten und Lebensgemeinschaften. Dabei verbindet sie großräumige Analysen mit angewandten lokalen Studien und trägt zur Entwicklung wissenschaftlich fundierter Monitoringprotokolle und Managementleitlinien bei. 

Marco Salvatori ist quantitativer Ökologe am MUSE – Museo delle Scienze und an der Universität Florenz. Er wendet statistische Analysen auf die Erforschung von Ökologie, Demografie und Verhalten von Säugetieren, Vögeln und Amphibien an. Seine Arbeit konzentriert sich auf Biodiversitätsmonitoring und Naturschutz und untersucht, wie Wirbeltiere auf verschiedene menschliche Einflüsse reagieren, darunter Freizeitaktivitäten, Beweidung, Jagd und Landschaftsveränderungen. Durch die Verbindung standardisierter Erhebungs- und Monitoringmethoden mit statistischen Modellen gewinnt er Erkenntnisse, die dem Schutz von Tierarten und der Koexistenz von Mensch und Wildtier dienen. 

Das Colloquium beginnt um 18.00 Uhr und wird auf  Italienisch gehalten. 

MEDIA CONTACT

Margot Schwienbacher / Julia Strobl

Margot.Schwienbacher@eurac.edu / Julia.Strobl@eurac.edu

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