Kein alpiner Rasen ist ihnen zu steil, kein Auwald zu unwegsam, keine Bergweide zu abgelegen, keine Obstwiese zu monoton! Das Team vom Biodiversitätsmonitoring Südtirol (BMS) ist seit 2019 im ganzen Land unterwegs, um verschiedene Lebensräume samt der dortigen Flora und Fauna zu untersuchen. Ob nun die Ornithologen schon vor Morgengrauen Vogelstimmen erkunden oder Säugetierspezialistinnen tief in der Nacht nach Fledermäusen Ausschau halten, ob Botaniker und Moosspezialistinnen die feinsten Gräser und kleinsten Moose entdecken oder Waldfachleute seltene Pilze und unbekannte Bodenbewohner aufstöbern – die Entdeckungen, die das BMS-Team macht, sind vielfältig und immer wieder überraschend. Eine Langzeitstudie wie diese ist im gesamten Alpenraum einzigartig. Im 5-Jahres-Rhythmus werden die Untersuchungen an den bereits beprobten Standorten wiederholt, um längerfristige Vergleiche anstellen zu können und mögliche Veränderungen zu dokumentieren. Für den Zeitraum 2019 – 2024 wurde inzwischen ein Report mit den Ergebnissen des ersten Forschungszyklus erstellt. Er zeigt viele neue Erkenntnisse und belegt Erstfunde. Er liefert aber auch Vorschläge für gezielte Maßnahmen zum Schutz der Artenvielfalt. Denn eines ist klar: Südtirol zählt zu den Hotspots der Biodiversität Mitteleuropas, doch dieser Reichtum gerät zunehmend unter Druck. Eine ausführliche Vorstellung interessanter Erkenntnisse und die Diskussion möglicher Schutzmaßnahmen stehen im Mittelpunkt des Colloquiums am 14. Jänner 2026. Es wird abwechselnd in Deutsch und Italienisch abgehalten.
Andreas Hilpold ist Botaniker am Institut für Alpine Umwelt von Eurac Research. Als Koordinator des Langzeitmonitoringprojekts kennt er die Freuden, aber auch die Tücken der Feldforschung. Ihm ist der Brückenschlag zwischen Wissenschaft, Entscheidungsträgern und Öffentlichkeit ein großes Anliegen. Chiara Paniccia ist Zoologin und Säugetierspezialistin am Institut für Alpine Umwelt. Sie ist nicht nur sehr aktiv in der Feldforschung rund ums BMS, sondern auch in Spezialprojekten, die den Schutz besonderer Tierarten oder Lebensräume betreffen.
Die Veranstaltung ist auch online auf dem YouTube-Kanal des Naturmuseums zu sehen.


