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Spezialprojekt zur Marmorierten Baumwanze und ihrer Gegenspieler in vollem Gange

Eines der Spezialprojekte des Biodiversitätsmonitorings untersucht die Verbreitung eines in Südtirol relativ neuen Schädlings: der Marmorierten Baumwanze. Dafür wird ein Vergleich des Vorkommens der Baumwanze und ihrer Gegenspieler in Obstbaustandorten und naturnahen Standorten vorgenommen.

Seit einigen Jahren finden wir die aus Asien stammende Marmorierte Baumwanze (Halyomorpha halys) auch in Südtirol, wo sie große Schäden im Apfelanbau verursacht: bei ihrer Nahrungsaufnahme saugt die Wanze unter anderem an Äpfeln und beeinträchtigt dadurch die Qualität der Früchte. Eine mögliche Bekämpfungsstrategie ist die Einfuhr von Gegenspielern, welche die Eier der Marmorierten Baumwanze parasitieren. Besonders geeignet dafür sind verschiedene parasitoide Schlupfwespenarten, v.a. die nicht-heimische Samurai-Wespe (Trissolcus japonicus), aber auch die einheimische Art Anastatus bifasciatus. Diese Arten legen ihre eigenen Eier in die Eigelege der Wanzen. Die heranwachsenden Wespenlarven fressen dann die Wanzeneier von innen auf.

Die Ausbringung von nicht-heimischen parasitoiden Wespen könnte jedoch einen Einfluss auf die einheimische Wanzen- und Wespenfauna haben.

Ziel dieses Projekts ist es einerseits zu verstehen, welche Arten in den unterschiedlichen Standorten vorkommen und andererseits die Auswirkungen der Freisetzung exotischer Gegenspieler zu erforschen.

Dafür untersuchen die Forscherinnen und Forscher drei Obstanlagen aus dem Biodiversitätsmonitoring. Dabei wurden ausschließlich biologisch bewirtschaftete Flächen ausgewählt, um den Einfluss von Bekämpfungsmaßnahmen gering zu halten. In der Nähe der drei Obstanlagen wurde jeweils ein weiterer naturnaher Standort ausgewählt, in dessen direkter Umgebung keine Äpfel angebaut werden. Diese naturnahen Standorte besitzen ähnliche Standortbedingungen wie die untersuchten Apfelanlagen (Meereshöhe, Ausrichtung usw.). An allen Untersuchungspunkten wenden die Expertinnen und Experten verschiedene Methoden zur Erfassung von Baumwanzen und ihrer Parasitoiden an. So führen sie visuelle Kontrollen durch, wobei Wanzen-Eigelege und Wanzen erfasst werden. Außerdem entnehmen sie Klopfproben mit einem Klopftrichter, um das Vorkommen der Wanzen und ihrer Gegenspieler zu überprüfen. Daneben installieren die Fachleute Malaise-Fallen und Farbschalen, mit denen sowohl Wanzen als auch verschiedene Hautflügler erfasst werden können.

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