Die biologische Gewässergüte liefert entscheidende Informationen über den Zustand und die langfristige Entwicklung von Seen und Fließgewässern. Aufbauend auf den Vorgaben der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) stellt der Vortrag die Methoden und Ergebnisse der biologischen Gewässerüberwachung in Südtirol vor und zeigt, welchen Beitrag Bioindikatoren zur Bewertung des ökologischen Zustands leisten. Anhand ausgewählter Beispiele wird erläutert, wie unterschiedliche Organismengruppen – darunter Makrozoobenthos, Makrophyten, Diatomeen, Phyto- und Zooplankton sowie Fische – auf Belastungen wie Nährstoffeinträge, morphologische Veränderungen oder hydrologische Eingriffe reagieren. Die jeweiligen Beprobungsmethoden und Bewertungsindizes werden praxisnah vorgestellt und in den Zusammenhang der Gesamtbewertung von Seen und Fließgewässern eingeordnet. Ein besonderer Fokus liegt auf den Ergebnissen aus Südtiroler Gewässern, die zeigen, dass viele Seen einen guten bis sehr guten Zustand aufweisen, während punktuell auch Sanierungs- und Restaurierungsmaßnahmen erforderlich sind. Am Beispiel des Völser Weihers wird veranschaulicht, wie gezielte Maßnahmen – etwa Fischentnahme, Phosphatbindung oder die Wiederansiedlung von Wasserpflanzen – zur ökologischen Verbesserung eines Gewässers beitragen können. Der Vortrag richtet sich an ein fachlich interessiertes Publikum und vermittelt einen anschaulichen Überblick darüber, wie biologische Untersuchungen helfen, Gewässer ganzheitlich zu beurteilen, Veränderungen frühzeitig zu erkennen und Maßnahmen für den Schutz und die nachhaltige Nutzung von Wasserökosystemen abzuleiten.
Renate Alber ist seit über dreißig Jahren am Biologischen Labor der Landesagentur für Umwelt und Klimaschutz als Biologin tätig. Sie erhebt dort den ökologischen Zustand von Fließgewässern und Seen anhand verschiedener biologischer Qualitätselemente, wie es u.a. von der europäischen Wasserrahmenrichtlinie vorgesehen ist. Dabei untersucht sie das Makrozoobenthos, die Diatomeen, das Phytoplankton und die Makrophyten der Südtiroler Gewässer.
Die Veranstaltung ist auch online auf dem YouTube-Kanal des Naturmuseums zu sehen.


