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BiodivPond – eine Pilotstudie zur Biodiversität in Weihern, Teichen und Tümpeln

Ausgangslage

Weiher und Tümpel gehören zu den am weitesten verbreiteten Süßwasserlebensräumen Europas und sind auch im alpinen Raum auf unterschiedlichen Höhenstufen zu finden. Hinzu kommen noch eine Vielzahl von vom Menschen gemachten Teichen, etwa für die Bewässerung oder für die Feuerbekämpfung. Die genannten Kleingewässer beherbergen einen überproportional hohen Anteil der biologischen Vielfalt. Dennoch werden sie in den europäischen Monitoringprogrammen bislang weitgehend vernachlässigt – was unter anderem an ihrer verstreuten Verbreitung und zum Teil recht kleinen Dimension liegt. Diese machen ein großflächiges Monitoring mit herkömmlichen Methoden oft schwierig und kostenintensiv.
Im Rahmen der Europäischen Partnerschaft Biodiversa+ wurde nun eine eigene Pilotstudie zu stehenden Kleingewässern initiiert: BiodivPond.
BiodivPond soll die Lücke im bisherigen Monitoring schließen, indem ein harmonisierter europäischer Ansatz getestet wird, der Umwelt-DNA (eDNA) und passives akustisches Monitoring, sowie Citizen Science kombiniert. Ziel ist es dabei, die Datengrundlage zur Biodiversität von Weihern und Tümpeln und den sie umgebenden Feuchtgebieten zu verbessern und gleichzeitig die Wirksamkeit sowie die Anwendbarkeit traditioneller und innovativer Monitoringmethoden zu bewerten. Dadurch können langfristig gezieltere Schutz- und Renaturierungsmaßnahmen für Teiche entwickelt werden.

Projektbeschreibung und Ziele

Im Rahmen dieser Pilotstudie werden vom BMS-Team auch in Südtirol insgesamt sechs Standorte untersucht. Es handelt sich dabei teilweise um natürlich entstandene Seen, teilweise um künstlich angelegte Teiche: Biotop Mitterstieler See und Kemater Weiher am Rittner, Großloch in Neumarkt/Laag und Weiher Castelfeder bei Montan, sowie je ein Teich im Montiggler Wald/Eppan und in Matschatsch bei Kaltern).
Das Pilotprojekt soll nicht nur Monitoring-Daten zu verschiedenen Organismengruppen liefern. Darüber hinaus verfolgt es auch wichtige übergeordnete Ziele:

  • Aufbau eines länderübergreifenden Netzwerks zum Monitoring von stehenden Kleingewässern in Europa;
  • Entwicklung eines auf Citizen Science basierenden Monitoringsystems für Teiche;
  • Aufbau gemeinsamer Open-Access-Infrastrukturen für genomische und akustische Daten;
  • Erprobung von Arbeitsabläufen zur Integration von eDNA- und Akustikdaten in Biodiversitätsdatenbanken und europäische Monitoringprogramme;
  • Entwicklung benutzerfreundlicher Visualisierungstools für Biodiversitätsdaten.

Hauptaktivitäten und Methoden

BiodivPond ist in drei Module gegliedert:
Das erste Modul konzentriert sich auf die aquatische Biodiversität in sechs Referenzteichen pro Land. Mithilfe von eDNA des Wassers und klassischen Freilandmethoden werden Amphibien, Fische und aquatische Makroinvertebraten erfasst, sowie die Pflanzenwelt im Gewässer und in der Umgebung erhoben.
Das zweite Modul nutzt passives akustisches Monitoring (PAM), um die Aktivität von Fledermäusen an denselben Standorten zu untersuchen.
Das dritte Modul erweitert das Monitoring auf rund 50 weitere Teiche in Südtirol mithilfe von Citizen Science. Unterstützt wird dies durch Schulungen und Workshops sowie durch die Bereitstellung von Informations- und Lehrmaterialien.
Durch die Kombination der verschiedenen Aktivitäten soll geprüft werden, wie innovative Methoden ein europaweit vergleichbares Monitoring von stehenden Gewässerökosystemen unterstützen können. Dazu wird das Pilotprojekt einen Bericht zur Bewertung von eDNA, passivem akustischem Monitoring und klassischen Erfassungsmethoden vorlegen. Darüber hinaus werden praxisorientierte Leitlinien für Citizen-Science-Aktivitäten sowie spezifische Ergebnisse zum Monitoring von Molchen erarbeitet.

Projektdauer und -partner:

Die Pilotstudie läuft von 2026 – 2028. BiodivPond wird von der Agentur für Natur- und Landschaftsschutz der Tschechischen Republik (Agentura ochrany přírody a krajiny České republiky (AOPK ČR) koordiniert. Beteiligt sind Partner aus insgesamt zehn Ländern: Belgien (Flandern), Bulgarien, Dänemark, Frankreich, Israel, Italien (Autonome Provinz Bozen), Kroatien, Slowakei, Schweden und Tschechische Republik.
Link: BiodivPond pilot – Biodiversa +

Kontakt:

Michele Bresadola: michele.bresadola@eurac.edu
Andreas Hilpold (andreas.hilpold@eurac.edu)

 

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MEDIA CONTACT

Margot Schwienbacher / Julia Strobl

Margot.Schwienbacher@eurac.eduJulia.Strobl@eurac.edu

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