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Colloquium der Plattform Biodiversität – Die biologische Vielfalt der Flüsse in Raum und Zeit

Süßwassersysteme wie Flüsse und Seen bedecken nur etwa 2 % der Erdoberfläche, beherbergen jedoch erstaunlicherweise 10 % der bekannten Arten und etwa ein Drittel aller Wirbeltiere. Sie erbringen wichtige Dienstleistungen für den Menschen und zählen daher zu den Ökosystemen, die durch menschliche Aktivitäten am stärksten gefährdet sind. Die nachhaltige Bewirtschaftung der Wasserressourcen ist daher von entscheidender Bedeutung für den Schutz der biologischen Vielfalt. Auf europäischer Ebene zielen Umweltschutzrichtlinien darauf ab, den ökologischen Zustand der Flüsse durch Überwachungs- und Erhaltungsmaßnahmen wiederherzustellen. Trotz dieser Bemühungen befinden sich viele Flussökosysteme weiterhin in einem veränderten Zustand, und die ökologischen Indikatoren, die als Grundlage für Managemententscheidungen dienen sollen, sind oft nicht in der Lage, die Art und den Ursprung der Veränderungen genau zu bestimmen. Ein Teil dieses Problems liegt in der Herausforderung, die biologische Vielfalt und ihre Veränderungen präzise zu quantifizieren. Diese Schwierigkeit ist bei Flussökosystemen aufgrund ihrer starken räumlichen und zeitlichen Dynamik besonders ausgeprägt. Basierend auf seinen eigenen Forschungserfahrungen wird Stefano Larsen während des Kolloquiums zeigen, wie eng die aquatische und terrestrische Umwelt miteinander verbunden sind und wie das Flussökosystem weit über seine Ufer hinausreicht. Er wird auch diskutieren, ob die jüngste Erholung der Biodiversität in europäischen Flüssen möglicherweise wichtige Veränderungen in der Artenzusammensetzung verbirgt.

Stefano Larsen ist seit 2019 wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bereich quantitative Ökologie an der Edmund Mach Stiftung. In seiner Forschung, die zwischen Großbritannien, Deutschland und Italien angesiedelt ist, untersucht Stefano Larsen, wie natürliche und anthropogene Prozesse die Biodiversität aquatischer Ökosysteme beeinflussen, wobei der Fokus auf Flüssen und Uferzonen liegt.

Die Veranstaltung ist auch online auf dem YouTube-Kanal des Naturmuseums zu sehen.

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