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MonitAnt – ein europaweites Projekt rund um hügelbauende Waldameisen

Ausgangslage und Projektbeschreibung:

Weltweit gibt es rund 14.000 beschriebene Ameisenarten, Schätzungen sprechen sogar von bis zu 20.000 Arten. In Südtirol wurden bislang 106 Arten nachgewiesen. Eine besondere Gruppe davon sind die hügelbauenden Waldameisen der Gattung Formica. Sie sind vor allem in borealen und gemäßigten Wäldern zu finden, also auch in Südtirol. Typischerweise bauen sie große hügelförmige Nester, umgangssprachlich meist „Ameisenhaufen“ genannt. Diese dienen nicht nur ihnen selbst als Unterschlupf, sondern werden auch von vielen anderen Tierarten als Lebensraum genutzt. Die „Gäste“ in und auf den großen und langlebigen Hügelnestern bezeichnet man in der Fachsprache als Myrmekophile. Mehrere Arten davon leben nur in diesen Nestern, so z.B. die Larven des Ameisensackkäfers (Clytra laeviuscula) oder die Gastameise (Formicoxenus nitidulus).

Waldameisen spielen eine enorm wichtige Rolle in ihrem Lebensraum, denn sie erbringen eine Vielzahl von Ökosystemfunktionen und -leistungen: Sie lockern und durchlüften die Böden und verbreiten Samen. Sie vertilgen Aas und halten als Prädatoren die schädliche Insektenpopulation in Zaum und schützen damit Bäume vor Fressfeinden. Zugleich sind sie ihrerseits Futter für Vögel und Säugetiere und ihre Säure wird von Vögeln für die Gefiederpflege genutzt.

Trotz dieser großen Bedeutung fürs Ökosystem Wald gibt es gehäuft Anzeichen dafür, dass Waldameisen zurückgehen und mancherorts sogar vom Aussterben bedroht sind. Gründe dafür sind in der Zerstückelung der Waldlebensräume, im Klimawandel, in intensiven land- und waldwirtschaftlichen Praktiken zu suchen.

Aktuell fehlt es in Europa allerdings an einer flächendeckenden Einschätzung zu Erhaltungszustand und Populationsentwicklung von Waldameisen. Außerdem weiß man wenig darüber, welche Auswirkungen die oben genannten Bedrohungen auf die „Ameisengäste“ haben. Diese lückenhafte Datenlage hat auch damit zu tun, dass es bislang in den EU-Ländern keine einheitlichen Monitoring-Strategien gibt. Die gemeinsame Entwicklung einer effizienten Monitoring-Methode ist daher erforderlich als Ausgangspunkt für die Entwicklung weitere Schutzstrategien.

Projekttätigkeiten:

  • Vergleich bestehender Monitoring-Strategien und Information der Stakeholder über den aktuellen Stand auf lokaler und EU-Ebene
  • Entwicklung eines länderübergreifenden neuen Monitorings, das verschiedene Wald- und Grünlandtypen einschließt, Höhenlagen und Bewirtschaftungsweisen berücksichtigt und durch Feldforschung verfeinert wird
  • Sammlung von ökologischen Daten betreffend: a) Gemeinschaft an myrmekophilen Arten („Ameisengästen“) b) Interaktion zwischen Ameisen und Wirbeltieren c) Genetik und Nische, d.h. die Rolle dieser Art innerhalb des Ökosystems, in Waldhabitaten entlang unterschiedlicher Höhen- und Breitengrade.

Projektmethoden:

MonitAnt ist ein europaweites Projekt, an dem insgesamt 11 Länder beteiligt sind. Neben den Forschungstätigkeiten rund um die Entwicklung von Monitoring-Strategien spielt auch die Einbindung der Öffentlichkeit in Form einer Citizen-Science-Initiative eine wichtige Rolle. Dabei sollen Ameisen-Nester entdeckt und dokumentiert werden:
Wie macht man mit? – MonitAnt

Projektziele und -dauer:

Das Institut für Alpine Umwelt ist Teil der europaweiten MonitAnt-Initiative. Zusammen mit dem BMS werden die oben genannten Projektaktivitäten durchgeführt, wobei sich das Forschungsteam besonders auf die verschiedenen charakteristischen Waldtypen Südtirols auf unterschiedlichen Höhenstufen konzentriert. Die Arbeiten der Südtiroler MonitAnt-Gruppe fließen schlussendlich ins gesamteuropäische Projekt ein und helfen dabei, ein einheitliches Monitoring-System zu entwickeln und trägt zur Grundlagenforschung über diese Ameisengruppe bei.

Das Projekt wird über den Call Biodiversa + BioDivMon finanziert und dauert von 2024-2026.

Partner:
Eurac Research – Institut für Alpine Umwelt; Autonome Provinz Bozen Südtirol – Abteilung Bildungsförderung, Universität und Forschung; Babes-Bolyai University (Rumänien), Biology Centre CAS (Tschechien), LUKE Natural Resources Institute Finland, Royal Belgian Institute for Natural Sciences, Università degli Studi di Firenze, Universität Bayreuth (Deutschland), Université Libre de Bruxelles (Belgien), University of York (Großbritannien); Lucian Blaga University of Sibiu (Romania), Museum and Institute of Zoology, Polish Academy of Sciences (Polen), James Hutton Institute (Schottland – Großbritannien), University of Szeged (Ungarn), Swedish University of Agricultural Science (Schweden).

Kontakt:
Elia Guariento elia.guariento@eurac.edu
Elia Nalini elia.nalini@eurac.edu

MEDIA CONTACT

Margot Schwienbacher / Julia Strobl

Margot.Schwienbacher@eurac.eduJulia.Strobl@eurac.edu

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