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D2N- Erhöhung des Natürlichkeitsgrads durch potenzielle Heckennetzwerke

Projektbeschreibung und Ziele

Weltweit verschlechtert sich der Zustand vieler Ökosysteme mit zum Teil dramatischen Auswirkungen auf die Biodiversität. Landwirtschaftliche Intensivierung, Zersiedelung und Habitatfragmentiertung (Prozess der Verinselung bzw. Zerschneidung von Lebensräumen) sind nur einige Gründe dafür. Durch den Aufbau eines Netzwerkes aus naturnahen Flächen kann diesem Trend gegengesteuert werden, wie aktuelle Forschungen zeigen. Im Rahmen dieses Projekts soll der Naturdistanz-Indikator (Distance to nature Index, D2N ) nach Rüdisser et al. (2012) in Südtirol angewandt werden. Ist eine Landschaft mit Heckenreihen oder naturnahen Einzelflächen wie Wäldern und Feuchtlebensräumen durchsetzt, ergibt dies einen höheren Natürlichkeitswert. Liegt ein Punkt in einer Landschaft mit lediglich naturfernen, intensiven Kulturflächen wie Äckern oder Obstanlagen, wird ihm ein niedriger Natürlichkeitswert zugewiesen. Ziel ist es, ein Netzwerk an naturnahen Flächen so räumlich zu modellieren, dass die Gesamtfläche Südtirols den vordefinierten Zielwerten entspricht und sich damit in einem ausreichend guten ökologischen Zustand befindet.

Methode

Im Rahmen dieses Spezialprojekts wurden für die wichtigsten Landnutzungsformen (Grünland, Dauerkulturen, Äcker, Siedlungsräume) Südtirols Verbesserungsmöglichkeiten in Form von Heckennetzwerken modelliert. Hier werden 4 verschiedene Zielwerte für den D2N auf unterschiedlichen Landnutzungsform vorgesehen: extensive Landnutzung < 0.25 (Grünland), intensive Landnutzung (Obst-, Weinbau, Ackerland) < 0.35, lockerer Siedlungsraum < 0.40 und dichter Siedlungsraum < 0.45. Der D2N enthält also Werte zwischen 0 und 1: 0 = natürlich, 1 = künstlich, stark vom Menschen geprägt.

In der ersten Phase wurden Grünstrukturen und Feldwege anhand von aktuellen Orthophots, also verzerrungsfreien Luftbildern, kartiert. Diese Daten und die Entfernung zu einem naturnahen Habitat bilden die Grundlage des D2N-Wertes.

Daraufhin wurden für die vier Landnutzungstypen verschiedene potenzielle Heckennetzwerke modelliert. Die Modellierung wurde mithilfe einer least cost path Analyse in ArcMap and Graphab durchgeführt. Anschließend wurde der D2N anhand der gewonnenen Daten neu berechnet. Erste Ergebnisse sind vielversprechend!

Kontakt

Ansprechpartner für weitere Auskünfte sind Miriam Stein Miriam.Stein@natec.unibz.it und Erich Tasser Erich.Tasser@eurac.edu

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