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Biodiversität und Waldbewirtschaftung – Spezialprojekt im Rahmen der COST-Aktion „Bottoms-UP“

Projektbeschreibung und Ziele

Etwa die Hälfte der Südtiroler Landesfläche ist von Wald bedeckt, der wichtige Ökosystemleistungen erbringt. Neben ihrer Schutzfunktion vor Lawinen, Steinschlag und Erosion binden und speichern die Wälder Kohlenstoff, liefern Rohstoffe und haben eine wichtige Erholungs- und Kulturfunktion. Schließlich spielen sie eine Schlüsselrolle für den Erhalt der biologischen Vielfalt, da sie Lebensräume für viele Tier- und Pflanzenarten bieten, die wiederum dazu beitragen, die Funktionen und Prozesse dieser komplexen Ökosysteme aufrechtzuerhalten. Der abrupte Klimawandel in Verbindung mit einer unzureichenden Waldbewirtschaftung in der Vergangenheit gefährden dieses komplexe Ökosystem. Dies wirkt sich negativ auf die biologische Vielfalt aus. Aus diesen Gründen ist die Überwachung von Waldökosystemen von entscheidender Bedeutung, um zu verstehen, wie sich globale Veränderungen auf diese Systeme auswirken, und um die potenzielle Rolle der Bewirtschaftung bei der Erhaltung der biologischen Vielfalt und der Leistungen der Gemeinschaft zu verstehen.

Im Rahmen des Projekts analysieren wir verschiedene Waldlebensraumtypen. An allen Waldstandorten, die im Rahmen des Langzeitprojekts Biodiversitätsmonitoring Südtirol untersucht werden, erheben wir auf standardisierte Weise Informationen: qualitative Attribute, die sich auf den Bewuchs, die Waldkategorie und die Bewirtschaftungsaspekte beziehen, und quantitative Merkmale wie die Struktur und die Zusammensetzung der vorhandenen Baumarten sowie Totholz, Dendromikrohabitate – morphologische Merkmale von Bäumen, die Rückzugsräume für zahlreiche Arten darstellen – und die dort lebende Artenvielfalt. Das Projekt zielt darauf ab, die Fähigkeit von Waldbeständen zu quantifizieren, eine spezifische Vielfalt zu beherbergen, und herauszufinden, wie diese durch eine aktive und nachhaltige Bewirtschaftung gefördert werden kann, um so ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber globalen Veränderungen zu erhöhen.

Methoden

Für jeden Standort werden die Waldparameter nach den Richtlinien des staatlichen Forstinventars gemessen. An allen Standorten wenden wir auch die Standardprogramme des Biodiversitätsmonitorings Südtirol an. Die wichtigsten Ergebnisse dieses Projekts sind ein standardisiertes Protokoll für die Überwachung von Waldbeständen und ein aktuelles Bild repräsentativer Bestände der Südtiroler Waldökosysteme in Bezug auf Artenzusammensetzung, Strukturmerkmale, Gesundheitszustand und Bewirtschaftungsstatus. Die Daten der Walderhebung werden zusammen mit den Daten des Biodiversitätsmonitorings in eine standardisierte Multitaxon-Datenplattform für europäische Wälder im Rahmen der COST-Aktion „Bottoms-UP“ integriert. Dieses europäische Kooperationsprojekt sieht (1) die Einrichtung einer kontinentalen Datenbank über die biologische Vielfalt der Wälder, (2) die Ausarbeitung von Indikatoren für eine nachhaltige Bewirtschaftung und (3) die Ausarbeitung von Bewirtschaftungsleitlinien vor, die vor allem bei der Zertifizierung von Wäldern und Schutzgebieten angewandt werden sollen. Die Ergebnisse werden auf europäischer Ebene erzielt, und unser Spezialprojekt trägt dazu bei, dass die Alpenwälder in die europäischen Waldökosysteme einbezogen werden.

Partner

Das Projekt wird in Zusammenarbeit mit der COST-Aktion „Bottoms-UP“ und dem REINFORCE-Projekt von Eurac Research durchgeführt. Wir danken auch dem Forstplanungsamt der Autonomen Provinz Südtirol.

Kontakt

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an Chiara Paniccia chiara.paniccia@eurac.edu und Marco Mina marco.mina@eurac.edu

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